MEP

Im Frühjahr 2019 vertraten wir zum neunzehnten Mal das Bundesland Schles­wig-Holstein bei der nati­onalen Veranstaltung des „Modell Europa Parlament" (MEP) in Berlin.

Das MEP ist eine Stiftung, die ihren Sitz in Den Haag hat und halbjährlich auf internationaler Ebene Parlamentssimulationen in den Haupt­städten der EU-Mitgliedsstaaten durchführt, bei denen sich Schülerinnen und Schüler aus die­sen Staaten in der Rolle von Parlamentsabgeord­neten mit aktuellen EU-Themen befassen, und zwar ausschließlich in engli­scher Sprache. Zur Vorbereitung auf diese internationalen Pro­jekte und zur Auswahl geeigneter Kandi­daten gibt es in den EU-Staaten nationale MEP-Ver­anstaltungen.

In Deutschland ist dies so organisiert, dass einmal pro Jahr sog. Schul-Delegati­onen aus allen Bundesländern nach Berlin reisen, um dort in Ausschuss- und Plenarsitzungen die aktuelle Position eines bestimmten, vorher zugewie­senen EU-Landes zu vertreten. Die Rahmenbedin­gungen, unter denen in Berlin gearbeitet wird, sind insbesondere im Hinblick auf die zur Ver­fügung stehenden Räumlichkeiten außergewöhnlich: Die Plenarsitzung findet im Bundesrat statt, die Ausschussarbeit wird in verschiedenen Landesvertretungen durchgeführt und für die Einführungsveranstaltung steht normalerweise das Bundespresseamt zur Verfügung (für das ausnahmsweise die Landesvertretung Schleswig-Holsteins einsprang, und dies auf sehr eindrucksvolle Weise). Wir nehmen seit 2001 ununterbrochen als Repräsentant Schles­wig-Holsteins an die­sem nationalen MEP teil.

Für die Veranstaltung im März '19, bei der wir Rumänien repräsentierten, hatten sich folgende acht Schü­lerin­nen und Schüler qualifiziert: Jakob Aust, Klara Delfs, Nil Glindemann, Paul Ingwersen, Simon Luther, Marie Scheunemann, Katharina Schrader und Max Tammen.  Maximilian Hoffmeister war als Ausschuss-Vorsitzender im Einsatz.

Acht Monate später übernahmen diese erfahrenen Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, das schulinterne MEP für den nachfolgenden Jahrgang durchzuführen. An einem schulfreien Tag wurden in drei Ausschüssen durchdachte Resolutionen ausgearbeitet, zehn Tage später kam es zu einer intensiven Plenar-Debatte über diese Maßnahmenkataloge. Dabei traten Sila Akcay, Greta Balow, Marie Herrmann, Victoria Hoffmeister, Carina Krause, Philipp Schwarz, Hanna-Lisette Sontag und Stijn Weckesser so überzeugend in Erscheinung, dass sie für Berlin nominiert wurden.

Außerhalb des Unterrichts bereiteten sie sich eigenständig bis Mitte März auf eines der acht neuen Themen (u.a. Organisierte Kriminalität, Nachhaltige Stadtentwicklung und Antibiotika-Resistenz) vor und ermittelten dazu die aktuelle Position Italiens – dieses EU-Land sollten wir nämlich vom 22.-27.3.20 beim Berliner MEP vertreten.

Doch dann kam bekanntlich alles ganz anders! Corona sorgte erbarmungslos dafür, dass nicht nur die acht Delegierten, sondern auch Paul Ingwersen als Ausschussvorsitzender und Maximilian Hoffmeister als Präsident der Möglichkeit beraubt wurden, ihren individuellen MEP-Traum zu verwirklichen. Die Tatsache, dass die Veranstaltung aller Voraussicht nach in virtueller Version im Dezember stattfinden wird, mindert die Enttäuschung nur geringfügig.

Und auch das MEP 2021 wird von Corona beeinflusst sein, denn der ursprünglich geplante März-Termin muss wohl auf den September verschoben werden.

Trotz alledem: Wir bleiben am Ball!

--> Text- und Filmbeiträge des Bundesrats zum MEP-Projekt sind über folgende Links/Symbole abrufbar: 

https://www.bundesrat.de/SharedDocs/texte/18/20180308-mep-tag-zwei.html

http://www.bundesrat.de/SharedDocs/texte/16/20160219-mep.html

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