Kieler Gelehrtenschule

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Kunst und Textiles Werken

"Kunst ist wie das menschliche Gefühlsleben. Gefühle, Emotionen und Gedanken, die vor einem Jahr relevant waren und teilweise höchste Priorität in unserem Leben einnahmen, erscheinen uns heute als kindlich, abstrus, skuril und möglicherweise unlogisch. Kunst ist wie ein Blick in ein Tagebuch. Altes wird neu erlebt, verarbeitet und formt sich. Wir reflektieren unsere Emotionen in den Bildern, die wir anfertigen, und schaffen uns so Abbilder unserer Seele.

Nebenher wachsen wir weiter, verändern unser Denken, werden reifer, psychisch und auch physisch, ergo verändert sich auch die Kunst. Mit ihr können Menschen ihre Lebens- und Weltansicht ausdrücken, in extremen Fällen sogar Traumata verarbeiten. Schon lange ist die Kunst in der Psychotherapie eine gefestigte Methode zur Heilung. Ein Mensch kann sich selbst erleben und verwirklichen und sich daraus stärken.

Kunst ist im Fazit Medizin, Beruf, Hobby und Lebenseinstellung zugleich. Sie wächst, gedeiht und ändert sich parallel zu ihrem Schöpfer, ist ein Wegbereiter, Seelenpartner und Therapeut."

Lukas Albrecht, Schüler der OII a, 2009

Wunsch und Wirklichkeit kreuzen sich bezogen auf unser Unterrichtsfachimmer seltener. Dennoch versuchen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten,die künstlerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Schüler in allen Arbeitsbereichen zu fördern und sie zu fordern, und setzen uns für die Umsetzung ihrer sowie unserer Erwartungen an dieses Fach weiter ein.Die praktische Arbeit mit den Schülern steht dabei im Mittelpunkt undwird durch Präsentationen im Gebäude gewürdigt:

Skulptur von Caroline Nölle

Caroline Nölle, 9. Klasse, 2009

Eine Besonderheit an der KGS ist die Kopplung mit dem Fach Textiles Werken, wodurch die ästhetische Grundbildung als Voraussetzung für die Teilnahme an der Gestaltung unserer Umwelt ergänzt wird.

Höhepunkt des vergangenen Schuljahres (2008/ 2009) war die Gestaltungdes Eingangsbereiches der Radiologischen Klinik durch Schüler des 12. Jahrgangs, auf die eine sehr positive öffentliche Resonanz folgte.Diese Schüler engagierten sich dann auch darüber hinaus bei der Aufbereitung der alten Schränke im Zuge der Sanierung des Lehrerzimmers, obwohl ihre eigenen innovativen Ideen nicht umgesetzt werden konnten.

Schüler des 12. Jahrgangs

Leider werden das singuläre Erfahrungen bleiben und das, was Lukasals Kontinuität der menschlichen Entwicklung durch die erlebte Kunstaufführt, wird zu unserem eigenen Bedauern auf Grund der Kontingentstundentafel und der Gewichtung des Faches Kunst Utopie bleiben: Eine deprimierende Aussicht, würden nicht immer wieder herausragende Schülerleistungen Highlights schaffen!