Geschichte

Diskuswerfer
Geschichtsunterricht an der Kieler Gelehrtenschule: Das bedeutet - ebenso wie für alle anderen Gymnasien - die Vergegenwärtigung entscheidender historischer Strukturen, Prozesse und Entscheidungen von der Vorgeschichte bis an die unmittelbare Gegenwart heran.Ein besonderes Gewicht kommt dabei an unserer Schule sowohl in der Sexta, der Anfangsklasse des Geschichtsunterrichts, wie im Unterricht der Obersekunda den zentralen Wurzeln unserer europäischen Kultur, der griechisch-römischen Antike zu. Sie wird hier anschaulich repräsentiert durch zwei Kopien griechischer Plastiken: Man geht am Diskuswerfer des Myron vorbei, wenn man sich der Schule nähert, und wenn man die Vorhalle betritt, fällt der Blick auf seine Athene aus der Athena-Marsyas-Gruppe. Als Anknüpfungspunkt für die römische Geschichte bietet sich sodann die Nachbildung des Caelius-Steins an, eines Grabsteins für einen in der Varusschlacht gefallenen römischen Legaten.

Aber auch zu anderen Epochen ergeben sich gerade für den Geschichtsunterricht geeignete Verbindungen sowohl aus der Geschichte der KGS wie aus ihrer Lage im Kieler Stadtbild:

  • zum Mittelalter z.B. die Entstehung der Schule 1320 in enger Bezogenheit auf die Nicolaikirche (Klerikerausbildung),
  • für den Umbruch vom Kaiserreich zur Weimarer Demokratie die unmittelbare Nachbarschaft der KGS zu den Gebäuden der kaiserlichen Marineleitung (heute Oberfinanzdirektion) sowie der Marinearrestanstalt (inzwischen abgerissen, aber auf Fotos von der Grundsteinlegung des heutigen Schulgebäudes noch zu sehen), zwei zentralen Orten der umwälzenden Ereignisse während der Novemberrevolution 1918,
  • für die „Jugendrevolte“ (R. von Weizsäcker) um 1968 die Ereignisse an dieser Schule (Flugblätter, Demonstrationen, Polarisierungen in Elternversammlungen, Schulverweisungen, Hausverbote,...), die z.T. in den überregionalen Medien ihren Niederschlag fanden.