Altgriechisch

Altgriechisch ist neben Latein als erster Fremdsprache das Unterrichtsfach, das die Kieler Gelehrtenschule zum altsprachlichen Gymnasium macht. In der 8. Klasse haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich für Altgriechisch als dritte Fremdsprache zu entscheiden und ihren Einblick in die Kultur der Antike – die Wurzeln Europas – wesentlich zu erweitern und zu vertiefen.

Aufbauend auf den Kenntnissen in der lateinischen Grammatik, wird die griechische Sprache in der Mittelstufe relativ schnell erworben. Bereits nach zwei Jahren Sprachunterricht sind die Schülerinnen und Schüler in der Lage, sich mit Originaltexten zu befassen. Denn unser modernes Lehrbuch „Kairos“ legt großen Wert darauf, möglichst frühzeitig adaptierte Originaltexte zu verwenden, die den unterschiedlichsten Themenbereichen entnommen sind. Die Schülerinnen und Schüler lernen antikes griechisches Alltagsleben ebenso kennen wie mythologische Stoffe, geschichtliche Ereignisse, berühmte Persönlichkeiten und auch biblische Texte. Sie erfahren Parallelen und Kontraste zur römischen Welt, aber vor allem auch zum heutigen Leben. Dadurch lernen sie die Wurzeln ihrer eigenen Kultur kennen, treten aber auch in Distanz zum Alten und reflektieren ihre heutige Welt. Innerhalb der Spracherwerbsphase, meist in der 9./10.Klasse, findet in zweijährigem Rhythmus ein Schüleraustausch mit der Deutschen Schule Thessaloniki statt, so dass die Schülerinnen und Schüler auch das moderne griechische Leben und in Ansätzen die neugriechische Sprache kennenlernen können.

In der Profiloberstufe kann Griechisch als 2. oder 3. Fremdsprache gewählt und – bei ausreichenden Leistungen – das Graecum erworben werden, das in das Abiturzeugnis aufgenommen wird und eine Studienvoraussetzung für einige Studienfächer ist (Archäologie, Alte Geschichte, Latein, Griechisch, Theologie, an manchen Universitäten auch für Philosophie). Anhand originaler griechischer Texte werden Themen aus den Bereichen Geschichte, Gesellschaft und Politik, Mythos, Religion und Philosophie sowie Kunst-, Technik- und Wissenschaftsgeschichte erarbeitet.

Auch wenn in der griechischen Antike viele für das menschliche Leben zentrale Fragen anders beantwortet worden sind – soweit sie überhaupt beantwortet werden können: Es sind alle diese Fragen schon damals gestellt worden. Die Schülerinnen und Schüler lernen, sie sich selbst zu stellen, und durch die Auseinandersetzung mit den antiken Versuchen, sie zu beantworten, erweitern sie nachhaltig ihre Möglichkeiten, jetzt und im Laufe ihres Lebens eigene Antwortversuche zu geben.